Zum Abschied von Mirza Berkovic

Mirza Berkovic verlässt den WSC.

Mirza Berkovic  verlässt den WSC.

Eine Nachricht, die erstmal nicht ungewöhnlich ist, immerhin verlassen  jeden Tag Fußballer ihre Vereine und wie viele Spieler in den letzten Jahren beim WSC  kamen und gingen will ich gar  nicht erst aufzählen 

In diesem Fall stellt sich das aber für mich persönlich und auch für den WSC anders dar.
Mirza begleitet mich fast mein ganzes WSC-Supporterleben, er war gefühlt immer da. Ungewöhnlich nicht nur, dass er aus dem WSK-Nachwuchs kam, hat er den Verein auch nie verlassen ( sieht man von einem Jahr Leihe zu Team Wiener Linien ab). Vereinstreue ist ja heute zumeist ein Wort für die Geschichtsbücher.

623 Spiele stehen bei Fußball Österreich zu Buche, großteils für den WSC, 89 Tore und nur eine rote Karte! 
Aber mehr als jede Statistik war Mirza für mich Kontinuität in einem sich im ständigen Umbruch befindlichen Team, wie viele Trainer und Mitspieler kamen und gingen, Mirza blieb.
Man merkte immer, dass ihm der Verein am Herzen lag. In Erinnerung blieb zB. eines dieser furchtbaren Spiele am Tabellenende gegen Schwechat im Spätherbst. Zur Pause lagen wir hinten, Motivation das zu ändern war im Team keine zu erkennen, nur Mirza lief und versuchte, großteils erfolglos, seine längst vergessen Mitspieler anzutreiben.
Für mich war er nicht nur zu dem Zeitpunkt der WSC. 

Mit ihm geht nun ein Teil dessen, was den WSC für mich ausgemacht hat. Eine gewisse wienerisch sympathische Schlampigkeit die aber ganz sicher nicht mit Wurschtigkeit dem Ergebnis gegenüber  zu verwechseln ist
Sein Abgang  steht auch irgendwie stellvertretend für den Umbruch, der im Verein  gerade stattfindet. Ob ich mich damit anfreunden kann? Ich weiß es noch nicht.

Danke Mirza für diese vielen Spiele, für deine hochgekrempelten Hosenbeine, für deine Treue und deinen Schmäh am  und abseits des Platzes.

Bleib uns gewogen. Ohne dich wird’s hier jedenfalls anders sein.

Mit schwarz weiße Grüßen
Sebastian Schönbauer


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